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Page number:102 
Description type:Original description 
Description:Rhizoctonia juniperi zeigt auf 2,5%igem Malzextraktagar ein recht rasches Wachstum und hat ein dichtes, etwas zottiges, weisses Luftmyzel, das in älteren Stadien, indem es eine rote Flüssigkeit abgibt, einen rötlichen Anflug bekommt. Die Hyphen sind ca. 3 µm dick, septiert (1 Kern pro Zelle), lebhaft verzweigt und zeigen eine Differenzierung in Kurz-und Langhyphen. Häufig sind die Hyphen an der Spitze spiralförmig aufgerollt. Strangbildung, mit einer geringen Anzahl Hyphen in jedem Strang, kommt vor. Die Substrathyphen sind gröber und haben kürzere, an den Querwänden etwas eingeschnürte Zellen. Die Kurzhyphen im Luftmyzel und auch unten im Substrat werden in grossem Ausmass in »sporogene Fäden', mit verdickten Wänden umgebildet, erhalten also den Charakter von Chlamydosporenketten. Mit den anfangs hyalinen, später schwarz werdenden Chlamydosporenketten als Ausgangspunkt entstehen in älteren Kolonien schwarze Sklerotien mit einem Durchmesser von ca. 0,5 mm. In Kulturen, die einen Monat alt oder älter sind, wird das Myzel stellenweise schwarz. Aus diesem schwarzen Myzel wachsen bei der Umimpfung erneut hyaline Hyphen heraus, die dunkle Färbung ist also als ein normales Altersphänomen zu betrachten. Das ganze Myzel, insbesondere die Substrathyphen und die Sklerotien enthalten grosse Mengen À–ltröpfchen. Ausser den Chlamydosporen bilden sich keinerlei Vermehrungskörper aus.
Kulturen, die einige Zeit auf dem nämlichen Substrat gezüchtet worden sind, zeigen in der Regel verschiedenartige Degenerationserscheinungen. So hört die Sklerotienbildung ziemlich bald auf, die Menge des Luftmyzels nimmt ab, das Substratmyzel dagegen erfährt eine anormal kräftige Entwicklung, indem sich enorme Fettmassen in den Hyphen anhäufen, der rote Farbton verschwindet, und die Kolonien werden statt dessen weiss, seidenglänzend usw. Man erhält auf diese Art Pilzkulturen, die nur wenig an das ursprünglich isolierte Myzel erinnern. Die Zusammengehörigkeit mit diesem Myzel zeigt sich jedoch darin, dass die ursprünglichen Merkmale mitunter beim Wechseln des Kulturmilieus wieder gänzlich oder teilweise hervortreten können.
Durch die Differenzierung der Hyphen in Kurz- und Langhyphen, und das Vorhandensein von Chlamydosporenketten und Sklerotien ist der hier beschriebene Myzeltypus mit der - vom systematischen Gesichtspunkt aus ziemlich heterogenen - Gattung Rhizoctonia verbunden. Ich habe ihn auch hier unter den Artnamen 'juniperi' gestellt, bin mir aber wohl bewusst, dass hiermit nichts über die systematische Stellung des Myzels im eigentlichen Sinne gesagt ist. Habituell erinnert Rh. juniperi etwas an Rh. querci Castellani (Stamm aus Baarn), ohne jedoch mit diesem Myzeltypus identisch zu sein.
Rhizoctonia juniperi und der Wacholder in den Synthesekulturen. Vier, voll verschiedenen Lokalitäten isolierte Stämme von Rh. juniperi wurden in den Synthesekulturen in bezug auf ihr Verhältnis zum Wacholder untersucht. Sämtliche verhielten sich auf die nämliche Weise.
 
Taxon name: